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<title>Feuerzeug</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Feuerzeug</span></h1>
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<p>Ein <b>Feuerzeug</b> ist ein handliches Gerät zur Erzeugung einer <a href="Flamme" title="Flamme">Flamme</a>. Die Zündung des Brennstoffs (<a href="Motorenbenzin" title="Motorenbenzin">Benzin</a> beim Benzinfeuerzeug, <a href="Butane" title="Butane">Butan</a> oder <a href="Propan" title="Propan">Propan</a> beim Gasfeuerzeug) erfolgt über <a href="Funke_(Verbrennung)" title="Funke (Verbrennung)">Funken</a>, die mit einem Reibrad an einem <a href="Z%C3%BCndstein" title="Zündstein">Zündstein</a> erzeugt werden, oder auch <a href="Piezoelektrizit%C3%A4t" title="Piezoelektrizität">piezoelektrisch</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Ursprünglich war das <i>Feuerzeug</i> (von <a href="Mittelhochdeutsch" class="mw-redirect" title="Mittelhochdeutsch">mittelhochdeutsch</a> <i>viurziuc</i>) kein einzelnes Gerät, sondern, ganz wie Näh- oder Sportzeug, eine Sammlung von Gegenständen für einen bestimmten Zweck. Das Feuerzeug war das „Zeug, mit dem man Feuer macht“. Man unterscheidet folgende Grundmethoden der beabsichtigten <a href="Feuer" title="Feuer">Feuererzeugung</a>:
</p>
<ol><li>Schlagen (Perkussion) eines Funkenlösers (wie <a href="Feuerstein" title="Feuerstein">Feuerstein</a>) gegen einen Funkengeber (<a href="Pyrit" title="Pyrit">Schwefelkies</a>), siehe <a href="Schlagfeuerzeug" title="Schlagfeuerzeug">Schlagfeuerzeug</a></li>
<li><a href="Reibung" title="Reibung">Reiben</a> (Friktion) von Holz gegen Holz, siehe <a href="Feuerbohren" title="Feuerbohren">Feuerbohren</a> und <a href="Feuers%C3%A4gen" title="Feuersägen">Feuersägen</a></li>
<li>Verdichten (Kompression) von Luft (s. <a href="Pneumatisches_Feuerzeug" title="Pneumatisches Feuerzeug">Pneumatisches Feuerzeug</a>) und</li>
<li>Bündeln von direktem Sonnenlicht in einem <a href="Fokus" title="Fokus">Brennpunkt</a>.</li></ol>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Prähistorie"><span id="Pr.C3.A4historie"></span>Prähistorie</h3></div>
<p>Schlag- und Reibefeuerzeuge waren weltweit verbreitet und wurden archäologisch und ethnographisch nachgewiesen. Insgesamt verwendeten mehr Kulturen die Reibungsmethode, denn geeignete Steine sind seltener als geeignete Hölzer.<sup id="cite_ref-Hartig_1986_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-Hartig_1986-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Es finden sich in europäischen steinzeitlichen Fundstellen keine Hinweise auf Friktionsfeuerzeuge (Feuerbohrer, Feuerhobel, Feuerpflug, Feuersäge).
</p>

<p>Das urgeschichtliche (steinzeitliche bis eisenzeitliche) Standardfeuerzeug in Europa bestand aus einem <a href="Feuerstein" title="Feuerstein">Feuerstein</a>, einer Schwefelkiesknolle <a href="Pyrit" title="Pyrit">Pyrit</a> oder <a href="Markasit" title="Markasit">Markasit</a> und <a href="Zunder" title="Zunder">Zunder</a> aus einem Baumschwamm (<a href="Zunderschwamm" title="Zunderschwamm">Zunderschwamm</a>). Ein Teil des ältesten bekannten europäischen Feuerzeuges, eine kleine Schwefelkiesknolle mit umlaufender Abnutzungsspur vom Funkenschlagen, wurde in der <a href="Vogelherdh%C3%B6hle" title="Vogelherdhöhle">Vogelherdhöhle</a> in <a href="Baden-W%C3%BCrttemberg" title="Baden-Württemberg">Baden-Württemberg</a> in einer Fundschicht aus dem frühen Jungpaläolithikum (<a href="Aurignacien" title="Aurignacien">Aurignacien</a>) entdeckt und auf ca. 32.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung datiert. Funde aus jungsteinzeitlichen Gräbern legen nahe, dass die Utensilien in einem am Gürtel befestigten Lederbeutel aufbewahrt wurden. In der Gürteltasche der Gletschermumie <a href="%C3%96tzi" title="Ötzi">Ötzi</a> fanden sich Reste eines <a href="Schlagfeuerzeug" title="Schlagfeuerzeug">Schlagfeuerzeuges</a> in Form von <a href="Feuerschwamm_(Feuermittel)" title="Feuerschwamm (Feuermittel)">Feuerschwamm</a> mit eingeschlossenen winzigen Schwefelkieskristallen (die sog. schwarze Masse); die zugehörige Schwefelkiesknolle und ein Feuerschlagstein fehlten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Altertum_und_Mittelalter">Altertum und Mittelalter</h3></div>
<p>Spätestens in der frühen Römerzeit seit dem 1.&nbsp;Jahrhundert unserer Zeitrechnung, wahrscheinlich schon in der vorrömischen Eisenzeit, wurde die Schwefelkiesknolle durch ein kohlenstoffreiches und gehärtetes Stück Schmiedestahl ersetzt. Dies war ein wichtiger Entwicklungsschritt, denn die vom <a href="Feuerstahl" title="Feuerstahl">Feuerstahl</a> abgeschlagenen Funken sind erheblich heißer und zahlreicher als Pyrit-Funken. Bis zur Erfindung der Zündhölzer in der ersten Hälfte des 19.&nbsp;Jahrhunderts war dies in Europa die übliche Methode, Feuer zu machen.<sup id="cite_ref-Hartig_1986_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-Hartig_1986-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ein weiterer Bestandteil solcher Feuerzeuge sind die Schwefelhölzchen, einfache Holzstäbchen, deren Spitze mit Schwefel beschichtet ist. Die Spitze wird in die Glut gedrückt und der Schwefel fängt Feuer. Sie erleichtern den Übergang von glimmendem Zunder zu einer offenen Flamme, der sonst nur durch Anblasen unter starker Rauchentwicklung gelingt. Zusammen mit Feuerstahl und Feuerbohrern werden diese Anzündhilfen um das Jahr 79 von <a href="Plinius_der_%C3%84ltere" title="Plinius der Ältere">Plinius dem Älteren</a> in seiner <a href="Naturalis_historia" title="Naturalis historia">Naturalis historia</a> erwähnt.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die optischen Methoden, durch Bündelung von <a href="Sonnenlicht" class="mw-redirect" title="Sonnenlicht">Sonnenlicht</a> in einem <a href="Fokus" title="Fokus">Brennpunkt</a> Feuer zu machen, sind auch schon sehr lange bekannt. Ob <a href="Archimedes" title="Archimedes">Archimedes</a> (ca. 287–212 v.&nbsp;Chr.) tatsächlich feindliche Schiffe mit <a href="Brennspiegel" class="mw-redirect" title="Brennspiegel">Brennspiegeln</a> in Brand setzte, ist heute stark umstritten. Die optischen Gesetze und einfache Geräte zur Lichtbündelung waren aber bekannt. <a href="Hohlspiegel" title="Hohlspiegel">Hohlspiegel</a> und <a href="Linse_(Optik)" title="Linse (Optik)">Linsen</a> waren bis ins 19.&nbsp;Jahrhundert extrem teuer und sie blieben zur Feuer-Erzeugung ohne praktische Bedeutung. Selbst die <a href="Schusterkugel" title="Schusterkugel">Schusterkugel</a>, eine einfache Hohlkugel aus Glas, die mit Wasser gefüllt auch zum Fokussieren der Sonne verwendet werden kann, hat in dieser Rolle keine Verbreitung gefunden. Das liegt auch an der Unzuverlässigkeit der optischen Methode, denn sie benötigt direktes Sonnenlicht. Im 18.&nbsp;und 19.&nbsp;Jahrhundert, als einfache geschliffene Glaslinsen günstiger wurden, kamen Zunderbüchsen auf, in deren Deckel <i>zusätzlich</i> ein <a href="Brennglas" class="mw-redirect" title="Brennglas">Brennglas</a> eingelassen ist. Trotzdem dienten diese Dosen hauptsächlich der Verwahrung des normalen Schlagfeuerzeugs.<sup id="cite_ref-Hartig_1986_1-2" class="reference"><a href="#cite_note-Hartig_1986-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>


<p>Kompressionsfeuerzeuge bestehen aus einem Zylinder, in den ein Kolben möglichst schnell hineingetrieben wird. Ähnlich wie im <a href="Dieselmotor" title="Dieselmotor">Dieselmotor</a> erhitzt sich die Luft im Inneren durch die schnelle Kompression stark. Ein im Zylinder deponiertes Stück Zunder beginnt zu glimmen. Diese Feuerzeuge fanden in Südasien eine gewisse Verbreitung.<sup id="cite_ref-Hartig_1986_1-3" class="reference"><a href="#cite_note-Hartig_1986-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Ursprünge sind schlecht dokumentiert, aber aus Kolonialzeiten sind Exemplare aus <a href="Indien" title="Indien">Indien</a>, <a href="Siam" title="Siam">Siam</a>, <a href="Java_(Insel)" title="Java (Insel)">Java</a>, <a href="Borneo" title="Borneo">Borneo</a> und den <a href="Philippinen" title="Philippinen">Philippinen</a> belegt. In Europa entdeckte <a href="Ktesibios" title="Ktesibios">Ktesibios</a> bereits im Jahr 250 v.&nbsp;Chr., dass ein von ihm verwendetes Luftdruck-Geschütz Funken sprühte, wenn der Kolben den Zylinder verließ.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Aber erst 1770 entwickelte <a href="Charles-Fran%C3%A7ois_Dumouriez" title="Charles-François Dumouriez">Charles-François Dumouriez</a> ein pneumatisches Feuerzeug, das im Jahr 1803 durch den Franzosen <a href="Joseph_Mollet" title="Joseph Mollet">Joseph Mollet</a> weiterentwickelt und ab 1806 als <a href="Tachypyrion" title="Tachypyrion">Tachypyrion</a> (etwa: schnelles Feuerzeug) angeboten wurde. Diese Art der Feuererzeugung erlangte in Europa keine praktische Bedeutung und blieb eine physikalische Kuriosität.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Neuzeit">Neuzeit</h3></div>
<p>Das Schlagen von Funken wurde mit dem <a href="Steinschloss" title="Steinschloss">Steinschloss</a>, einem Auslösemechanismus früher <a href="Feuerwaffe" title="Feuerwaffe">Feuerwaffen</a>, mechanisiert. Ähnliche Mechanismen wurden dann auch in Feuerzeugen, den Steinschlossfeuerzeugen, verwendet. Frühe Versionen bestanden oft aus alten, umgebauten Pistolen und werden daher auch Zunderpistolen (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Englische_Sprache" title="Englische Sprache">englisch</a></span> <span lang="en-Latn" style="font-style:italic">Tinder Pistols</span>) genannt.<sup id="cite_ref-Hartig_1986_1-4" class="reference"><a href="#cite_note-Hartig_1986-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Spätere Modelle waren miniaturisiert und klein genug, um sie in Zunderbüchsen für die Westentasche einzubauen.
</p><p>Auch der Zunder veränderte sich über die Jahrhunderte. Aus Stoffresten lässt sich durch <a href="Pyrolyse" title="Pyrolyse">Pyrolyse</a>, also dem Verkohlen unter Luftabschluss, der sogenannte Leinwandzunder herstellen. Geeignete Textilien aus Pflanzenfasern wurden früh massenhaft hergestellt und waren daher billig und jederzeit verfügbar. Um die Zündfähigkeit zu verbessern, wurde Zunder auch mit <a href="Brandf%C3%B6rdernd" class="mw-redirect" title="Brandfördernd">brandfördernden</a> Zusatzstoffen, insbesondere <a href="Kaliumnitrat" title="Kaliumnitrat">Kaliumnitrat</a> (Salpeter), behandelt.<sup id="cite_ref-Hartig_1986_1-5" class="reference"><a href="#cite_note-Hartig_1986-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
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</style><div class="thumb tright vl-mehrere-bilder" style="width:132px;"><div class="thumbinner"><div class="vl-mehrere-bilder-kopf" style="text-align:center;">Döbereiner-Feuerzeug</div><div><div class="thumbimage"><span typeof="mw:File"></span></div><div class="thumbcaption" style="text-align:center">ca. 1830</div></div><div><div class="thumbimage"><span typeof="mw:File"></span></div><div class="thumbcaption" style="text-align:center">schematisch</div></div>
<div style="clear:both;"></div>
</div></div>
<p>Die Urform des modernen Feuerzeugs erfand der Chemiker <a href="Johann_Wolfgang_D%C3%B6bereiner" title="Johann Wolfgang Döbereiner">Johann Wolfgang Döbereiner</a>, der&nbsp;– von <a href="Johann_Wolfgang_von_Goethe" title="Johann Wolfgang von Goethe">Johann Wolfgang von Goethe</a> gefördert&nbsp;– an der <a href="Friedrich-Schiller-Universit%C3%A4t_Jena" title="Friedrich-Schiller-Universität Jena">Universität Jena</a> lehrte. Er entwickelte 1823 das Döbereiner-Feuerzeug, ein <a href="Platinfeuerzeug" title="Platinfeuerzeug">Platinfeuerzeug</a>, das mit Hilfe von <a href="Zink" title="Zink">Zink</a> und <a href="Schwefels%C3%A4ure" title="Schwefelsäure">Schwefelsäure</a> <a href="Wasserstoff" title="Wasserstoff">Wasserstoff</a> erzeugt. Der Wasserstoff strömt aus einer Düse auf einen <a href="Platin" title="Platin">Platinschwamm</a>, der den Wasserstoff <a href="Katalysator" title="Katalysator">katalytisch</a> entzündet. Neben der automatischen Zündung regelt das Feuerzeug auch die Wasserstofferzeugung selbst. Durch den im Inneren entstehenden Überdruck wird die Säure in ein Reservoir verdrängt, bis sie den Zinkbarren nicht mehr berührt und die Reaktion zum Erliegen kommt. Wird Wasserstoff verbraucht, sinkt der Druck, die Säure fließt zurück und die Gasentwicklung beginnt erneut. Diese Konstruktion ermöglicht es, mit nur einem Handgriff, dem Öffnen des Ventils, eine Flamme zu erzeugen.
</p><p>Die Reaktion zur Herstellung von Wasserstoff war um das Jahr 1766 vom englischen Chemiker und Physiker <a href="Henry_Cavendish" title="Henry Cavendish">Henry Cavendish</a> entdeckt worden und das neue, unbekannte Gas wurde auch „brennbare Luft“ genannt. Der niederländische Arzt <a href="Jan_Ingenhousz" title="Jan Ingenhousz">Jan Ingenhousz</a> entwickelte bereits um 1778 ein frühes Feuerzeug, eine sogenannte Brennluftlampe. Dieses Gerät zündete durch einen <a href="Funke_(Entladung)" title="Funke (Entladung)">elektrischen Funken</a>, der mit Hilfe einer <a href="Leidener_Flasche" title="Leidener Flasche">Leidener Flasche</a> erzeugt wurde. In Österreich, wo Ingenhousz lebte und arbeitete, fand dieses Feuerzeug eine gewisse Verbreitung und wurde mehrfach weiterentwickelt. Es erlangte aber nicht die Bedeutung von Döbereiners Feuerzeug. Insgesamt erreichten Wasserstoff-Feuerzeuge nie einen Massenmarkt, denn sie waren extrem teuer.<sup id="cite_ref-Hartig_1986_1-6" class="reference"><a href="#cite_note-Hartig_1986-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Vorläufer der heutigen Taschenfeuerzeuge kamen im 19. Jahrhundert auf. Sie hatten anfangs noch nicht den Anspruch eine offene Flamme zu erzeugen, sondern vereinfachten zunächst nur das Erzeugen von Funken und Glut. Zu diesen Konstruktionen gehören einfache Luntenfeuerzeuge, die ein Stück Feuerstahl mit einer langsam glimmenden Lunte kombinieren, die als Zunder dient. Der Funke wird mit dem Feuerstein von Hand geschlagen. Andere Geräte verwenden das Prinzip von Rad- und Steinschloss und erzeugen den Funken automatisch durch Federkraft. Gänzlich neu waren Feuerzeuge mit pyrotechnischer Zündung. Sie verwenden ein Magazin von Zündköpfen in Form von Bändern oder Scheiben, ähnlich den heutigen <a href="Z%C3%BCndpl%C3%A4ttchen" title="Zündplättchen">Zündplättchen</a>, um einen sehr kräftigen Funken zu erzeugen.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die US-Firma <i>Repeating Light Co.</i> in <a href="Springfield_(Massachusetts)" title="Springfield (Massachusetts)">Springfield (Massachusetts)</a> erhielt 1865 ein Patent auf das von ihr entwickelte Taschenfeuerzeug, das ein Zündband verwendet.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Mit Beginn der Erdölindustrie ab Mitte des Jahrhunderts entstanden die ersten Benzinfeuerzeuge.
</p><p>Moderne Taschenfeuerzeuge gibt es seit dem Beginn des 20.&nbsp;Jahrhunderts, als der Österreicher <a href="Carl_Auer_von_Welsbach" title="Carl Auer von Welsbach">Carl Auer von Welsbach</a> im Jahr 1903 eine <a href="Pyrophor" title="Pyrophor">pyrophore</a> Legierung für Zündsteine erfunden hatte.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das nach ihm benannte <a href="Auermetall" title="Auermetall">Auermetall</a>, auch Cereisen oder <a href="Mischmetall" title="Mischmetall">Mischmetall</a> genannt, besteht aus einer geringen Menge <a href="Eisen" title="Eisen">Eisen</a>, das mit einem hohen Anteil beliebiger <a href="Metalle_der_Seltenen_Erden" title="Metalle der Seltenen Erden">Metalle der Seltenen Erden</a>, wie <a href="Cer" title="Cer">Cer</a>, <a href="Lanthan" title="Lanthan">Lanthan</a>, &amp;c, legiert ist. Diese Metalle sind pyrophor, d.&nbsp;h. Ihre Späne entzünden sich bei Luftkontakt. Es findet bis heute Verwendung in Einwegfeuerzeugen, die mittels eines per Daumen bewegten Reibrädchens Funken erzeugen, indem sie, ähnlich einer <a href="Feile" title="Feile">Feile</a>, feine Späne vom Zündstein abschaben. Auch die älteren mechanischen Gasanzünder, die beispielsweise beim <a href="Autogenschwei%C3%9Fen" class="mw-redirect" title="Autogenschweißen">Autogenschweißen</a> benutzt werden, verwenden solche Zündsteine. Umgangssprachlich werden sie häufig schlicht Feuersteine genannt. Beide Begriffe sind irreführend, denn sie bestehen aus Metall.
</p>

<p>Während des <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Ersten Weltkriegs</a> vertrieben sich, insbesondere an der erstarrten Westfront, gelangweilte Soldaten die Zeit, indem sie ihre vorhandenen handwerklichen Fähigkeiten und die frontnahen Werkstätten nutzten, um Kunst- und Gebrauchsgegenstände herzustellen. Typische Beispiele dieser <a href="Grabenarbeit" title="Grabenarbeit">Grabenarbeiten</a> sind <a href="Bier%C3%B6ffner" class="mw-redirect" title="Bieröffner">Bieröffner</a> aus Granatsplittern, aber eben auch komplexe und moderne Benzinfeuerzeuge mit Reibrädchen und Zündstein. Typisch ist eine Konstruktion aus Messing, in der gefeilte und gebogene Einzelteile miteinander <a href="L%C3%B6ten" title="Löten">verlötet</a> werden. Das Reibrädchen besteht aus Stahl, in den die Hiebe einer Feile geschlagen werden und der anschließend durch <a href="Aufkohlen" title="Aufkohlen">Aufkohlen</a> und <a href="Abschrecken_(Metallurgie)" title="Abschrecken (Metallurgie)">Abschrecken</a> <a href="H%C3%A4rten_(Eisenwerkstoff)" title="Härten (Eisenwerkstoff)">gehärtet</a> wird. Als Benzintank verwenden viele Modelle eine ausgediente, großkalibrige <a href="Patronenh%C3%BClse" class="mw-redirect" title="Patronenhülse">Patronenhülse</a>, die mit einem <a href="Docht" title="Docht">Docht</a> versehen ist. Manche dieser Arbeiten sind graviert oder anders verziert, beispielsweise durch das Auflöten eines Uniformknopfs.
</p><p>Feuerzeug und wenigstens eine wohl verwahrte Laterne im jederzeit „brauchbaren Stande“ mussten Hauseigentümer nach baupolizeilichen Verordnungen Anfang des 19. Jahrhunderts zur Hand haben. Beispielsweise erließ die <a href="Herzogtum_Nassau" title="Herzogtum Nassau">herzoglich-nassauische Regierung</a> im November 1826 eine solche Verordnung für ihr Herrschaftsgebiet. Diese Personen sollten diese Gegenstände „namentlich den Ortsvorständen bei deren polizeilichen Visitationen vorzuzeigen im Stande seyn“.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In Asien ist das <a href="Tibet" title="Tibet">Tibetische</a> <a href="Me_lcags" title="Me lcags">Me lcags</a> bekannt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Zündmechanismen"><span id="Z.C3.BCndmechanismen"></span>Zündmechanismen</h2></div>
<ul><li>Mit Reibung wie beim Bohren eines hölzernen Stabs in ein flaches Holzstück (<a href="Feuerbohren" title="Feuerbohren">Feuerbohren</a>) wird Glut erzeugt, mit der dann ein <a href="Zunder" title="Zunder">Zundernest</a> entflammt wird.</li>
<li>Beim <a href="Feuerstein#Feuerschlagen" title="Feuerstein">Feuerschlagen</a> werden mit einem <a href="Feuerstein" title="Feuerstein">Feuerstein</a> Funken aus <a href="Pyrit" title="Pyrit">Pyrit</a> geschlagen, die dann ein <a href="Zunder" title="Zunder">Zundernest</a> entflammen.</li>
<li>Beim <a href="Pneumatisches_Feuerzeug" title="Pneumatisches Feuerzeug">pneumatischen Feuerzeug</a> entsteht die Zündtemperatur durch Verdichten der Luft. Solche Geräte sind in Asien noch in Gebrauch. Beim <a href="Dieselmotor" title="Dieselmotor">Dieselmotor</a> ist die <a href="Selbstz%C3%BCndung" title="Selbstzündung">Selbstzündung</a> durch Verdichtung des Kraftstoff-Luft-Gemischs das Funktionsprinzip.</li>
<li>Beim <a href="Brennglas" class="mw-redirect" title="Brennglas">Brennglas</a> und beim <a href="Brennspiegel" class="mw-redirect" title="Brennspiegel">Brennspiegel</a> werden die einfallenden Sonnenstrahlen gebündelt und damit die Energiedichte des Lichts so stark erhöht, dass brennbares Material wie Papier oder ähnliches entzündet werden kann.</li>
<li>Bei einem Feuerzeug mit Reibrad werden kleine Teile des funkenliefernden Materials durch Reibung herausgerissen. Diese Teile entzünden sich an der Luft und somit entstehen Funken. Der gleiche Mechanismus wurde beim <a href="Radschloss" title="Radschloss">Radschloss</a> von <a href="Schusswaffe" title="Schusswaffe">Schusswaffen</a> des 16. und 17. Jahrhunderts angewandt. Heutige Zündsteine bestehen aus <a href="Auermetall" title="Auermetall">Auermetall (Cereisen)</a>.</li></ul>

<ul><li>Auch Gasanzünder werden manchmal als Feuerzeug bezeichnet. Sie dienen dem Entzünden von Gasflammen von gasbetriebenen Kochern, Heizern oder (Löt-)Lampen und arbeiten nach dem piezoelektrischen Prinzip, mit einem Lichtbogen oder traditionell mit Auermetall und Reibrad.</li>
<li>Bei einem <a href="Piezofeuerzeug" title="Piezofeuerzeug">piezoelektrischen Feuerzeugzünder</a> zum Entzünden einer Feuerzeugflamme wird ein kleiner <a href="Schlagbolzen" title="Schlagbolzen">Schlagbolzen</a> gespannt und bei genügend Druck automatisch losgelöst, was ein Klacken verursacht. Der Schlagbolzen wird nun von der gespannten Feder angetrieben und prallt mit hoher Geschwindigkeit auf einen <a href="Piezoelektrizit%C3%A4t" title="Piezoelektrizität">piezoelektrischen</a> Körper. Dieser erzeugt bei Verformung eine elektrische Spannung in der Größenordnung einiger Kilovolt, die einen <a href="Funke_(Entladung)" title="Funke (Entladung)">Funken</a> zwischen zwei angeschlossenen Elektroden auslöst. Dieser Funke entzündet das daran vorbeiströmende Gasgemisch. Trotz der Hochspannung und der hohen <a href="Elektrischer_Strom" title="Elektrischer Strom">Stromstärke</a> im kurzen Moment des Funkenüberschlages ist eine Berührung ungefährlich, wenngleich unangenehm. Die insgesamt übertragene Energie bzw. Ladung ist dafür zu gering.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Lichtbogen-Feuerzeug">Lichtbogen-Feuerzeug</h3></div>

<p>Lichtbogen-, <a href="Plasma_(Physik)" title="Plasma (Physik)">Plasma</a>- oder auch <a href="Tesla-Transformator" title="Tesla-Transformator">Tesla</a>-Feuerzeuge erzeugen einen kleinen <a href="Lichtbogen" title="Lichtbogen">Lichtbogen</a> zwischen zwei oder vier offen liegenden Elektroden, mit dem sich leicht brennbares Material wie z. B. ein Docht entzünden lässt. Hierzu wird die Batteriespannung <a href="Hochspannung" title="Hochspannung">hochgespannt</a>. Das Lichtbogenfeuerzeug hat wie das Glühdraht-Gerät keine Verbrauchsmaterialien oder Verschleißteile. Das Funktionsprinzip ähnelt dem einer <a href="Z%C3%BCndkerze" title="Zündkerze">Zündkerze</a>, wie sie in <a href="Ottomotor" title="Ottomotor">Verbrennungsmotoren</a> Verwendung findet. Bei gasbetriebenen Brennern können Lichtbogen-Feuerzeuge als Gasanzünder eingesetzt werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Katalytische_Gasanzünder"><span id="Katalytische_Gasanz.C3.BCnder"></span>Katalytische Gasanzünder</h4></div>
<p>Katalytische Gasanzünder bestehen aus einem Schaft, an dessen einem Ende eine mit <a href="Platinmohr" class="mw-redirect" title="Platinmohr">Platinmohr</a> beschichtete Kugel befestigt ist. Sie wurden verwendet, um das <a href="Wasserstoff" title="Wasserstoff">wasserstoffreiche</a> <a href="Stadtgas" title="Stadtgas">Stadtgas</a> durch <a href="Katalyse" title="Katalyse">Katalyse</a> zu entzünden.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Typen_der_Flammenerzeugung">Typen der Flammenerzeugung</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Benzinfeuerzeug">Benzinfeuerzeug</h3></div>
<ul><li>Der Brennstoff wird in einem Natur- oder Glasfaser<a href="Docht" title="Docht">docht</a> durch <a href="Kapillarwirkung" class="mw-redirect" title="Kapillarwirkung">Kapillarwirkung</a> zum Entzündungsort transportiert, wo er in einer leuchtenden, gelben <a href="Diffusionsflamme" title="Diffusionsflamme">Diffusionsflamme</a> verbrennt.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Gasfeuerzeug">Gasfeuerzeug</h3></div>
<ul><li>Bei Diffusionsbrennern strömt der Brennstoff über ein Reduzierventil mit hohem Druck aus dem Gehäuse in die Brennerdüse. Nach Austritt aus der Düse gelangt Luft als <a href="Oxidationsmittel" title="Oxidationsmittel">Oxidator</a> von außen hinzu und das Gas verbrennt dort mit einer leuchtend gelben Diffusionsflamme.</li></ul>
<ul><li>Teilvormischbrenner erzielen eine höhere Brenntemperatur und größere Beständigkeit der Flamme gegen Windeinflüsse durch eine <a href="Schraubenfeder" class="mw-redirect" title="Schraubenfeder">Schraubenfeder</a> am Düsenauslass, durch die schon kurz vor Beginn des Verbrennungsprozesses Luft angesaugt wird und die zum Entzündungsort hin den Düsenquerschnitt verkleinert. Im oberen Drittel der Feder verbrennt das Gas mit einer blau-gelben Flamme.</li></ul>
<ul><li>Bei Vormischbrennern wird durch große Luftzufuhröffnungen bereits am Düseneinlass Luft angesaugt und auf dem Weg zum Düsenauslass über Wandunregelmäßigkeiten mit dem Gas verwirbelt.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
<ul><li><i>Ikari-Brenner</i> (auch <i>Jet-Flame-Feuerzeug</i>) bilden nach der Entzündung eine lange, nadeldünne, nichtleuchtende, blaue Flamme und eignen sich so – eingeschränkt – auch für feine Lötarbeiten.</li>
<li><a href="Katalyse" title="Katalyse">Katalyse</a>- oder <i>Nainen-Brenner</i> (auch <i>Glutpunktfeuerzeug</i>) haben ca. 0,5&nbsp;cm oberhalb des Düsenauslasses eine ringförmige Öffnung mit einem so genannten <i>Reaktionsgitter</i> oder einem gewendelten Draht, das durch die Zündflamme erhitzt wird und durch katalytische Verbrennung eine ständige Wiederentzündung des hindurchströmenden Gases bewirkt. Nainen-Brenner bilden oberhalb des Reaktionsgitters eine kegelförmige, kurze, nichtleuchtende, blaue Flamme, die am Fuß den Durchmesser der Ringöffnung hat. Sie wird auch bei starkem Wind und Luftstößen vom glühenden Reaktionsgitter erhalten, eignet sich aber aufgrund ihrer geringen Höhe nur eingeschränkt für das Anzünden von beispielsweise Pfeifen, oder offenen Feuerstellen. Dieser Brennertyp wurde Ende 1983 in Japan entwickelt.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul></li></ul>
<p>Gasfeuerzeuge funktionieren bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt nicht mehr, weil der <a href="Dampfdruck" title="Dampfdruck">Dampfdruck</a> des Feuerzeuggas-Anteiles <a href="Butan" title="Butan">Butan</a> mit sinkender Temperatur zu stark abnimmt und deshalb nicht mehr genug Gas ausströmt.
</p><p>Gas-Feuerzeuge gibt es als nachfüllbare Modelle und als Einweg-Feuerzeug. Als Zündmechanismus dienen Reibrad und Auermetall oder Piezozünder.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Glühdraht-Feuerzeug"><span id="Gl.C3.BChdraht-Feuerzeug"></span>Glühdraht-Feuerzeug</h3></div>
<p>Ein Glühdraht kommt zum Einsatz, der in der Regel aus einer wiederaufladbaren Batterie gespeist wird. Der Schalter ist meist in die Verschlussmechanik integriert, wodurch der Draht sofort nach dem Öffnen des Feuerzeugs zu glühen beginnt. Die Hitze des Glühdrahtes kann Zigaretten und ähnliches entzünden. Im PKW sind solche Feuerzeuge als Zigarettenanzünder bekannt. Dort werden sie durch Eindrücken des mobilen, mit dem Heizdraht versehenen Teiles eingeschaltet und springen durch eine Bimetall-Mechanik ein Stück heraus, wenn sie heiß sind.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Luntenfeuerzeug">Luntenfeuerzeug</h3></div>

<p>Ihr Charakteristikum ist eine 5–20&nbsp;mm dicke kordelförmige <a href="Z%C3%BCndschnur#Lunte" title="Zündschnur">Lunte</a> aus umflochtener <a href="Baumwolle" title="Baumwolle">Baumwolle</a>. Einmal entzündet glimmt sie langsam und über Stunden. Eine Flamme entsteht nicht. Solche Lunten wurden vor der Erfindung des <a href="Steinschloss" title="Steinschloss">Steinschlosses</a> zum Zünden von <a href="Muskete" title="Muskete">Musketen</a> verwendet. Erste Luntenfeuerzeuge sind seit dem frühen 19. Jahrhundert bekannt. Zu dieser Zeit erfolgt die Zündung mittels eines am Feuerzeug angebrachten Feuerstahls und Feuersteins.
</p><p>Mit der Patentierung des sogenannten Cereisens (Auermetall) im Jahre 1903 traten Luntenfeuerzeuge auf, die nach dem Streich- und Reißprinzip aus einem Stück Cereisen Funken produzieren. Frühestens 1906 erschienen die ersten Luntenfeuerzeuge mit klassischer Reibradzündung. Seitdem besitzen Luntenfeuerzeuge ihre typische Form: Eine kurze dickere Metallröhre zur Führung der Lunte (Luntenröhre), an der parallel in geringem Abstand in unterschiedlicher Art und Weise mittels eines sogenannten Zwischensteges eine zweite, dünnere Metallröhre (Feuersteinröhre) montiert ist, in der ein zylindrischer Feuerstein (Cereisen) der Standardgröße 5&nbsp;×&nbsp;2,5&nbsp;mm durch eine darunterliegende Schraubenfeder gegen das am oberen Ende befestigte Reibrad gedrückt wird. Die Feuersteinröhre wird am unteren Ende in der Regel mittels einer Schraube mit unterschiedlich dimensioniertem Schlitz- oder randgerieftem Kopf oder einer Madenschraube verschlossen und so die Schraubenfeder arretiert.
</p><p>Bekannt sind auch Modelle, in deren Feuersteinröhre ein federgelagerter Stift den Cerstein gegen das Reibrad drückt (so von der US-amerikanischen Fa. Bowers, Kalamazoo/Michigan). In solchen Fällen wird der Cerstein durch eine seitliche Öffnung in der Feuersteinröhre eingesetzt. Am oberen Ende der Lunte wird eine meistens an einem kleinen Kettchen befindliche Verschlusskappe unterschiedlicher Form über einen Nadelhaken (mit oder ohne Kettchen) eingehängt. Zieht man am unteren, freien Ende der Lunte, dann verschließt die Kappe die Luntenröhre, der Zutritt von Sauerstoff wird verhindert und die Glut stirbt ab. Die Glut genügt, um Zigaretten oder Pfeifentabak anzuzünden oder ein Feuer zu entfachen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Streichhölzer"><span id="Streichh.C3.B6lzer"></span>Streichhölzer</h3></div>
<p><a href="Streichholz" title="Streichholz">Streichhölzer</a> zusammen mit Reibefläche und Aufbewahrungsdose wurden im Sprachgebrauch des 19. Jahrhunderts zwar ebenfalls als Feuerzeug bezeichnet, haben jedoch nicht den wiederverwendbaren Charakter eines Feuerzeugs.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Sicherheit">Sicherheit</h2></div>
<p>Seit dem 11. März 2008 dürfen in der <a href="Europ%C3%A4ische_Union" title="Europäische Union">Europäischen Union</a> einfache Feuerzeuge ohne <a href="Kindersicherung" title="Kindersicherung">Kindersicherung</a> sowie Feuerzeuge mit Unterhaltungseffekten nicht mehr in Verkehr gebracht werden.<sup id="cite_ref-2006_502_EG_12-0" class="reference"><a href="#cite_note-2006_502_EG-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-2007_231_EG_13-0" class="reference"><a href="#cite_note-2007_231_EG-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Auf Verkehrsflügen ist die Mitnahme von <a href="Sturmfeuerzeug" title="Sturmfeuerzeug">Sturmfeuerzeugen</a> mit stehender Flamme („Ikari-Brenner“) in der Regel nicht zulässig.<sup id="cite_ref-FAA.GOV_14-0" class="reference"><a href="#cite_note-FAA.GOV-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Feuerzeuge_als_Prestige-_und_Wertobjekt">Feuerzeuge als Prestige- und Wertobjekt</h2></div>
<p>Feuerzeuge gibt es als Massenware, sie werden aber auch als kunsthandwerkliche Produkte, ähnlich wie Uhren, gefertigt. So gibt es aufwändige Ausführungen aus <a href="Gold" title="Gold">Gold</a> oder mit <a href="Schmuckstein" title="Schmuckstein">Schmucksteinen</a> verzierte Feuerzeuge. Nicht nur der Materialwert entscheidet über den Preis, sondern er ist dann auch in der limitierten Anzahl der Modelle begründet. Das Feuerzeug „Diamond Rain“ besteht beispielsweise aus 18-karätigem Weißgold und ist mit über 1000 <a href="Diamant" title="Diamant">Diamanten</a> verziert und wurde mit 40.000&nbsp;€ gehandelt. Das teuerste Feuerzeug der Welt hat einen Preis von 64.670&nbsp;€. Es trägt den Namen „Dragon“, wegen seines goldenen Drachenkopfes. Es ist ebenfalls mit 88 Diamanten verziert.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einwegfeuerzeuge">Einwegfeuerzeuge</h2></div>
<p>Im Jahr 1961 brachte das französische Unternehmen Feudor das weltweit erste Einwegfeuerzeug<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> unter der Marke Cricket auf den Markt. Dieses innovative Feuerzeug aus Kunststoff bot eine praktische Alternative zu den herkömmlichen nachfüllbaren Feuerzeugen. Sein schlichtes Design und der erschwingliche Preis fanden schnell Anklang bei den Verbrauchern.
</p><p>Im Jahr 1970 erwarb Gillette, ein Unternehmen der P&amp;G-Gruppe, einen bedeutenden Anteil an Feudor<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, wodurch sich die Marke Cricket international ausbreiten konnte. Heute gilt Cricket als das erste Einwegfeuerzeug der Welt und ist weiterhin ein wichtiger Akteur auf dem Markt.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Galerie">Galerie</h2></div>
<ul class="gallery mw-gallery-packed">
<li class="gallerybox" style="width: 211.33333333333px">
<div class="thumb" style="width: 209.33333333333px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Tischfeuerzeuge</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 126px">
<div class="thumb" style="width: 124px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Pfeifenfeuerzeuge mit seitlicher Flamme</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 135.33333333333px">
<div class="thumb" style="width: 133.33333333333px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Kaiser <a href="Qianlong" title="Qianlong">Qianlongs</a> <a href="Schlagfeuerzeug" title="Schlagfeuerzeug">Schlagfeuerzeug</a>, China, <a href="Qing-Dynastie" title="Qing-Dynastie">Qing-Dynastie</a></div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 135.33333333333px">
<div class="thumb" style="width: 133.33333333333px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><a href="Tibetisches_Me_lcags" class="mw-redirect" title="Tibetisches Me lcags">Tibetisches Me lcags</a></div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 176px">
<div class="thumb" style="width: 174px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Feuerzeuge der Firma <a href="IMCO_%C3%96sterreichische_Feuerzeug-_und_Metallwarenfabrik" title="IMCO Österreichische Feuerzeug- und Metallwarenfabrik">IMCO</a></div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 152.66666666667px">
<div class="thumb" style="width: 150.66666666667px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><a href="Zippo" title="Zippo">Zippo</a> Benzinfeuerzeug</div>
</li>
</ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Ibelo" title="Ibelo">Ibelo</a></li>
<li><a href="Utility_Lighter" title="Utility Lighter">Utility Lighter</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Georg Brandes, Rolf Jarschel: <i>Feuer und Flamme. Interessantes vom Feuerzeug</i>. VEB Fachbuchverlag Leipzig, 1988, ISBN 3-343-00453-7.</li>
<li>Paul Adolf Kirchvogel, Birgit Rehfus: <cite style="font-style:italic">Feuerzeug</cite>. In: <cite style="font-style:italic"><a href="Reallexikon_zur_Deutschen_Kunstgeschichte" title="Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte">Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte</a></cite>. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>VIII</span>, 1983, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>608–617</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.rdklabor.de/w/?oldid=89259">Online: RDK Labor</a> [abgerufen am 9.&nbsp;Oktober 2020]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Feuerzeug&amp;rft.atitle=Feuerzeug&amp;rft.au=Paul+Adolf+Kirchvogel%2C+Birgit+Rehfus&amp;rft.btitle=Reallexikon+zur+Deutschen+Kunstgeschichte&amp;rft.date=1983&amp;rft.genre=book&amp;rft.pages=608-617&amp;rft.volume=VIII" style="display:none">&nbsp;</span></li>
<li>Ad van Weert: <i>Faszinierende Feuerzeuge. Die Geschichte des Feuerzeuges – vom Schwefelhölzchen zum Designobjekt</i>. Universitätsdruckerei und Verlag Hermann Schmidt, Mainz 1995, ISBN 3-87439-341-0.</li>
<li>Jürgen Weiner: <i>Feuerschlagsteine und Feuererzeugung</i>. In: H. Floss (Hrsg.): <i>Steinartefakte vom Altpaläolithikum bis in die Neuzeit</i>. Tübingen Publications in Prehistory. Tübingen 2012, S. 943–960.</li>
<li>Jürgen Weiner, Harald Floss: <i>Eine Schwefelkiesknolle aus dem Aurignacien vom Vogelherd, Baden-Württemberg. Zu den Anfängen der Feuererzeugung im europäischen Paläolithikum</i>. Archäologische Informationen 27,1, 2004, S. 59–78; <a href="https://doi.org/10.11588/ai.2004.1.12609" class="extiw external" title="doi:10.11588/ai.2004.1.12609">doi:10.11588/ai.2004.1.12609</a>.</li>
<li>Berthold Sigismund: <cite style="font-style:italic">Die Feuerzeuge</cite>. In: <cite style="font-style:italic"><a href="Die_Gartenlaube" title="Die Gartenlaube">Die Gartenlaube</a></cite>. Heft 3, 1858, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>41–43</span> (<a href="https://de.wikisource.org/wiki/de:Die_Feuerzeuge" class="extiw external" title="s:de:Die Feuerzeuge">Volltext</a> [<a href="Wikisource" title="Wikisource">Wikisource</a>]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Feuerzeug&amp;rft.atitle=Die+Feuerzeuge&amp;rft.au=Berthold+Sigismund&amp;rft.date=1858&amp;rft.genre=journal&amp;rft.issue=Heft+3&amp;rft.jtitle=Die+Gartenlaube&amp;rft.pages=41-43" style="display:none">&nbsp;</span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Feuerzeug" class="extiw external" title="wikt:Feuerzeug">Wiktionary: Feuerzeug</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Lighter?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Feuerzeug</a></span></b>&nbsp;– Album mit Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://collection.sciencemuseumgroup.org.uk/search/images/categories/firemaking">Bilder von Geräten zur Feuererzeugung.</a> <a href="Science_Museum" title="Science Museum">Science Museum</a> (englisch).</li>
<li><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


.mw-parser-output .webarchiv-memento a{color:inherit}


/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20200222112326/http://www.ijon.de/sonst/feuerg.html">Kleine Geschichte feuererzeugender Geräte.</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 22. Februar 2020 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) www.ijon.de</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://nat.museum-digital.de/objects?s=fulltext%3AFeuerzeug">Website von museum-digital über Feuerzeuge</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-Hartig_1986-1"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Hartig_1986_1-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Hartig_1986_1-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Hartig_1986_1-2">c</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Hartig_1986_1-3">d</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Hartig_1986_1-4">e</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Hartig_1986_1-5">f</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Hartig_1986_1-6">g</a></sup></span> <span class="reference-text">Hans Hartig: <cite style="font-style:italic">Unterhaltsames über Zündwaren. Geschichtliches, Physik &amp; Chemie, Unterhaltung, Phillumenie.</cite> 1. Auflage. VEB Fachbuchverlag, Leipzig 1986, ISBN 3-343-00116-3.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Feuerzeug&amp;rft.au=Hans+Hartig&amp;rft.btitle=Unterhaltsames+%C3%BCber+Z%C3%BCndwaren.+Geschichtliches%2C+Physik+%26+Chemie%2C+Unterhaltung%2C+Phillumenie.&amp;rft.date=1986&amp;rft.edition=1.&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=3343001163&amp;rft.place=Leipzig&amp;rft.pub=VEB+Fachbuchverlag" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Plinius der Ältere: <cite class="lang" lang="en" dir="auto" style="font-style:italic">Naturalis historia. Aus dem Lateinischen von John Bostock &amp; al.</cite> <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>35</span>, <span style="white-space:nowrap">Kap.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>15</span> (englisch, <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=Perseus%3Atext%3A1999.02.0137%3Abook%3D35%3Achapter%3D50">Volltext</a>).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abookitem&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Feuerzeug&amp;rft.atitle=15&amp;rft.au=Plinius+der+%C3%84ltere&amp;rft.btitle=Naturalis+historia.+Aus+dem+Lateinischen+von+John+Bostock+%26+al.&amp;rft.genre=bookitem&amp;rft.volume=35" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Philon, Mechanik, Buch 4, Kapitel 61</span>
</li>
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</li>
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